Artikel aus der Zeitschrift Autohaus vom 12.12.2005 Interview mit dem Inhaber der Thomas Meyne GmbH. Klicken Sie hier um den Artikel in groß zu sehen.

    Prof. Hannes Brachat:

    Herr Meyne, wir kennen uns nun seit über 30 Jahren, damals noch aus den Anfängen des Junior-Unternehmer-Kollegs der Kfz-Akademie. Mit Anfang 20 mussten Sie das elterliche VW Autohaus Ihres verstorbenen Vaters übernehmen. Wird so eine Zeit des Aufbruchs, so eine Gründerzeit wie damals im automobilen Umfeld jemals in Deutschland wiederkehren?

    Thomas Meyne:

    Sicherlich nicht so, wie wir es alle erlebt haben. Aber wir merken schon, dass viele Investoren sich den hiesigen Markt auf Kauf- und Neugründungs- gelegenheiten sehr genau ansehen.

    Prof. Hannes Brachat:

    Was sind das für Investoren?

    Thomas Meyne:

    Neben den allseits bekannten, größeren und zum Teil gut bis sehr gut aufgestellten Gruppen sind dieses sowohl finanziell gut ausgestattete ausländische Investoren als auch kleinere, aufstrebende Händler und Händlergruppen sowie reine Privatleute mit stabilen finanziellen Hintergrund.

    Prof. Hannes Brachat:

    Gibt es denn überhaupt interessante und gesunde Autohäuser, die zum Verkauf stehen?

    Thomas Meyne:

    Natürlich überwiegen die schwer bis gar nicht verkäuflichen Betriebe bzw. Autohaus-Beteiligungen zu 70-80%. Das Interessante aber ist, dass uns in letzter Zeit eher die gut aufgestellten Einheiten bzw. Beteiligungen zum Verkauf bzw. Kauf angeboten werden.

    Prof. Hannes Brachat:

    Warum sollen diese Betriebe verkauft werden?

    Thomas Meyne:

    Die Gründe sind tatsächlich sehr unterschiedlich. Neben der häufig nicht geklärten Nachfolge sind es ganz normal nachvollziehbare und zutiefst menschliche Beweggründe, die die Inhaber und/oder Gesellschafter veranlassen, einen Verkauf oder eine Verpachtung Ihrer Betriebe vorzunehmen.

    Prof. Hannes Brachat:

    Was würden Sie den Verkäufern wie auch den Käufern gerne bei Ihren Vorhaben mit auf den Weg geben?

    Thomas Meyne:

    Wenn ein Verkäufer aus einer momentanen Stimmungslage heraus (z.B. Frust auf Hersteller, Verträge, Marktumfeld, Entzug der Unternehmerschaft durch Franchise etc.) agiert, so ist dieses zwar menschlich verständlich aber in der Regel wenig zielführend. Jede Investition wie auch Deinvestition, also Verkauf, muss penibel vorbereitet und sehr verschwiegen gehandhabt werden. Ist erst einmal eine Verkaufs- oder Kaufabsicht bekannt geworden, fällt oder steigt der Wert eines Unternehmens unnötigerweise. Bei Käufern erleben wir mitunter die ganze Breite der Markterwartungen von unrealistisch günstigen Übernahmeangeboten bis extremer Euphorie, weil verschiedene Erwerbungen ohne größeren Einsatz geklappt haben. Die Preiserwartungen beider Seiten liegen anfänglich sehr häufig weit auseinander. Hier ist es unsere Aufgabe für Transparenz zu sorgen und als Katalysator den Übergang zu gestalten.

    Prof. Hannes Brachat:

    Warum gelingt es vielen Unternehmern nicht, Ihr Unternehmen nachfolgenden Generationen zu übertragen, die es erfolgreich weiter führen?

    Thomas Meyne:

    Hier erleben wir in derartigen Fällen fast schon klassisch das Versagen in der Unternehmerfamilie, die am besten geeignete Tochter oder den am besten geeigneten Sohn rechtzeitig an das Thema „Unternehmensnachfolge“ heranzuführen. Ich gebe zu, dass manchmal keines der Kinder dafür geeignet ist, manchmal auch keine eigenen Kinder vorhanden sind. Es ist und bleibt aber immer die Aufgabe eines verantwortungsbewussten Inhabers dafür Sorge zu tragen und zu klären, was eigentlich passiert, wenn er einmal nicht mehr da ist. Genau hier setzt auch unsere Führungskräftevermittlung an.

    Prof. Hannes Brachat:

    Wie können Sie diesen Unternehmern denn helfen?

    Thomas Meyne:

    Wie überall im Marktgeschehen setzt sich der Bessere, die bessere Idee oder das bessere Produkt durch. Der gravierende Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem weniger erfolgreichen Autohaus liegt in aller Regel in der Qualität und Motivation des Personals. Hier insbesondere des Führungspersonals, wozu wir auch die Gesellschafter und Inhaber zählen.

    Prof. Hannes Brachat:

    Wie kann ich als Autohausbesitzer an diese für mich wichtigen, Führungskräfte herankommen?

    Thomas Meyne:

    Entweder auf dem klassischen Weg : Bedarfsanalyse – Anzeige schalten – Auswahlprozess – Schriftverkehr – Einzelgespräche/Assesments – Endauswahl – 2. Gespräch – Einstellungsverhandlungen – Überwinden der kritischen Probezeit – bei Falschbesetzung, dann das Ganze noch einmal von vorne …

    Prof. Hannes Brachat:

    Das ist aber doch recht aufwändig, teuer und demotivierend für alle Beteiligten, wenn es denn so läuft wie beschrieben!

    Thomas Meyne:

    Genau dieses ist unser Ansatz, ab dem wir tätig werden. Bekanntlich passt nicht jeder zu jedem, sprich: Die Chemie muss stimmen. Darüber hinaus müssen die Bewerber neben den Grundqualifikationen eben auch die Basics beherrschen, je nachdem, für welche Aufgaben sie sich bewerben oder wofür sie eingesetzt werden sollen.

    Prof. Hannes Brachat:

    Wie gehen Sie an diese Aufgabe heran?

    Thomas Meyne:

    Nach fast 30-jähriger, sehr erfolgreicher automobiler Selbständigkeit sind mir und vielen meiner Geschäftskollegen immer wieder Fehler unterlaufen, die mit unserem heutigen Wissen vermeidbar gewesen wären; außerdem hätten wir uns einige geld- und zeitraubende Arbeits- und andere Gerichtsverfahren sparen können. Bei den Führungskräfte-Bewerberrunden, die wir bundesweit regelmäßig ca. alle vier Wochen in fast allen Postleitzahlenbereichen durchführen, werden aus 80 – 120 ausgewählten Bewerbern die Besten ermittelt und unseren Auftraggebern nach vorher klar definierten Auswahlkriterien, Anforderungen und Persönlichkeitsmerkmalen präsentiert.

    Prof. Hannes Brachat:

    Nach welchen, messbaren Größen gehen Sie vor, um die Besten auszuwählen?

    Thomas Meyne:

    Zunächst klären wir mit unserem Auftraggeber und dem direkten Vorgesetzten der zukünftigen Führungskraft deren Persönlichkeiten und Strukturen. Sollte es uns nicht gleich auf Anhieb gelingen, bieten wir hier den bekannten Insights-MDI®-Check der Scheelen-AG an, der übrigens nach der höchsten DinNorm 33430 zertifiziert worden ist, um zweifelsfrei den dazu passenden Bewerber zu finden. Tatsache ist, dass man einen fertigen Menschen in seiner Persönlichkeit kaum verändern kann, wohl aber dessen momentanen Wissensstand. Zu berücksichtigen ist zudem, welche Intension bzw. Motivlage ein Bewerber mitbringt. Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe, auch das zukünftige Potential eines Bewerbers zu ermessen, um voraussagen zu können, ob der Bewerber der geforderten Aufgabe überhaupt gerecht wird.

    Prof. Hannes Brachat:

    Wozu dient dieses Analyseverfahren Insights MDI® noch?

    Thomas Meyne:

    Die Einsatzmöglichkeiten sind recht vielfältig. Wir können auch Teams hiermit zusammenstellen, die deutlich erfolgreicher sind als viele Teams bisher. Das Erstaunliche bei der Präsentation dieser Checks gegenüber den Probanden ist deren fast 90%ige Zustimmung zu den Auswertungen wie Persönlichkeitsprofil, Neigungen und Eignungen sowie deren Motivlage. Die Überraschung ist perfekt und uns sagt diese Zustimmung eben, den Bewerber zweifelsfrei erkannt zu haben und ihn hierdurch bestmöglich in das passende Unternehmen vermitteln zu können.

    Prof. Hannes Brachat:

    Was kostet Ihre Inanspruchnahme bei der Vermittlung eines Autohauses bzw. bei der Führungskräftevermittlung?

    Thomas Meyne:

    Wir haben uns hier sehr genau das bekannte Beratungsumfeld angesehen und können bei der Führungskräftevermittlung sicher sagen, dass wir uns eher am unteren Kostenrahmen bewegen. Da wir uns ausschließlich im automobilen Umfeld zwischen Herstellern, Importeuren, Handel und Dienstleistern bewegen, glauben wir als Insider einen viel tieferen Einblick in die Anforderungen, Qualifikationen und Betriebsabläufe zu erhalten, als reine Personal- vermittlungsagenturen, seien sie auch noch so bekannt. Aus einem ständig aufgefrischten Potential von ca. 600-700 ständig vermittlungsfähigen und vermittlungswilligen Führungskräften auswählen zu können, tut ein Übriges. Durch die ca. 1000-1200 Bewerbergespräche jedes Jahr haben wir zudem einen ständigen Einblick in die Probleme und Belange vieler Autohäuser und können dadurch Entwicklungen sehr viel frührer erkennen als Außenstehende. Bei der Vermittlung von Autohäusern oder Beteiligungen regen wir eine Teilung des Erfolgshonorars zwischen Käufern und Verkäufern an. Dadurch ergeben sich finanziell deutlich günstigere Pauschalen, die unsere Auftraggeber im Erfolgsfall gerne zu zahlen bereit sind.

    Prof. Hannes Brachat:

    Herr Meyne, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

    Thomas Meyne:

    Ich bedanke mich ebenfalls für das angenehme Gespräch. Interessenten erreichen uns im Internet unter www.th-meyne-gmbh.de



    Das aktuelle Interwiev in der Zeitschrift Autohaus Ausgabe 09/2008 finden Sie als pdf-Dokument hier.

MAS Meyne Automotive Solutions